Netcup Subdomain anlegen – Anleitung für CCP und Plesk

DNS-Eintrag setzen, eigenes Verzeichnis einrichten, SSL aktivieren

Eine Subdomain wie blog.deinedomain.de oder shop.deinedomain.de ist bei Netcup in wenigen Minuten eingerichtet — wenn man weiß, an welcher Stelle. Denn genau da liegt die Verwirrung: Netcup hat zwei Oberflächen, und je nach Ziel brauchst du eine davon oder beide.

Diese Anleitung klärt zuerst, welchen Weg du brauchst, und geht dann beide durch.

Schritt 1: Welchen Weg brauchst du?

Die entscheidende Frage ist, was unter der Subdomain laufen soll:

Dein Ziel Was du brauchst
Subdomain zeigt auf einen externen Dienst
(VPS, GitHub Pages, Shop-Anbieter, anderer Server)
Nur DNS-Eintrag im CCP
→ Schritt 2
Subdomain liefert eigene Dateien von deinem Netcup-Webhosting aus
(eigene Website, WordPress-Instanz, Staging-Umgebung)
DNS-Eintrag + Plesk
→ Schritt 2 und 3

Kurz zur Rollenverteilung: Das CCP (Customer Control Panel) verwaltet deine Domains und die DNS-Zone — es beantwortet die Frage „wohin zeigt dieser Name?“. Plesk verwaltet dein Webhosting-Paket — es beantwortet „welche Dateien liefere ich aus?“. Beide sind getrennt, und das ist der Grund für die meisten Probleme.

Schritt 2: DNS-Eintrag im CCP anlegen

Dieser Schritt ist immer nötig. Im Customer Control Panel:

  1. Bereich Domains öffnen
  2. Die gewünschte Domain auswählen
  3. In die DNS-Verwaltung wechseln
  4. Einen neuen Eintrag hinzufügen

Variante A: A-Record (auf eine IP)

FeldWert
Hostblog
TypA
Ziel203.0.113.42  (deine Server-IP)

Ergibt blog.deinedomain.de. Nutzt du das Netcup-Webhosting, findest du die passende IP in Plesk bzw. in den Zugangsdaten deines Pakets. Bei einem eigenen VPS ist es dessen öffentliche IP.

Variante B: CNAME (auf einen anderen Namen)

FeldWert
Hostshop
TypCNAME
Zieldeinshop.anbieter.de

Sinnvoll, wenn der Zieldienst seine IP-Adressen ändern kann — typisch bei CDNs, Shop-Plattformen oder Hosting-Diensten wie Netlify. Der Anbieter gibt dir dann den Hostnamen vor, auf den du zeigen sollst.

Der Klassiker unter den Fehlern: Ins Host-Feld die komplette Adresse eintragen, also blog.deinedomain.de. Netcup hängt die Domain automatisch an — daraus wird blog.deinedomain.de.deinedomain.de. In das Host-Feld gehört nur der Subdomain-Teil, hier also blog.

Schritt 3: Subdomain in Plesk einrichten

Diesen Schritt brauchst du nur, wenn die Subdomain eigene Dateien von deinem Netcup-Webhosting ausliefern soll. Zeigt sie auf einen externen Dienst, bist du bereits fertig.

  1. In Plesk zu Websites & Domains wechseln
  2. Subdomain hinzufügen wählen
  3. Den Subdomain-Namen eintragen — wieder nur den vorderen Teil, z. B. blog
  4. Das Dokumentenstammverzeichnis prüfen (Plesk schlägt meist /blog oder /httpdocs/blog vor)
  5. Bestätigen

Plesk legt das Verzeichnis an und nimmt die Subdomain in die Webserver-Konfiguration auf. Ab jetzt kannst du dort per FTP oder Dateimanager Inhalte hochladen — oder direkt eine WordPress-Installation ins Subdomain-Verzeichnis legen.

Ein praktischer Nebeneffekt: Weil die Subdomain ein eigenes Stammverzeichnis hat, kannst du dort eine komplett unabhängige Installation betreiben. Genau so richtet man eine Staging-Umgebung ein, ohne die Live-Seite anzufassen.

Schritt 4: SSL-Zertifikat ausstellen

Eine Subdomain ist nicht automatisch vom Zertifikat der Hauptdomain abgedeckt — sie braucht ein eigenes. In Plesk geht das kostenlos:

  1. Die Subdomain unter Websites & Domains auswählen
  2. SSL/TLS-Zertifikate öffnen
  3. Ein kostenloses Let's Encrypt Zertifikat anfordern
  4. Anschließend die Weiterleitung von HTTP auf HTTPS aktivieren

Let's Encrypt prüft bei der Ausstellung per HTTP-Abruf, ob die Subdomain wirklich dir gehört. Das klappt erst, wenn der DNS-Eintrag propagiert ist — schlägt die Ausstellung fehl, ist das fast immer die Ursache. Einfach ein bis zwei Stunden warten und erneut versuchen.

Mehr zum Thema — auch für Setups ohne Plesk — steht in unserem Let's-Encrypt-Guide.

Schritt 5: Erreichbarkeit prüfen

Bevor du dich wunderst, warum nichts geht: erst prüfen, ob der DNS-Eintrag greift.

dig +short blog.deinedomain.de

Kommt die erwartete IP zurück, ist der DNS-Teil in Ordnung. Unter Windows funktioniert nslookup blog.deinedomain.de genauso.

Bleibt die Ausgabe leer, ist entweder die Propagation noch nicht durch — das kann bis zu 24 Stunden dauern, läuft aber meist deutlich schneller — oder der Host wurde falsch gesetzt.

Wildcard-Subdomain: alle auf einmal

Wenn du beliebig viele Subdomains auf dasselbe Ziel leiten willst, ohne jede einzeln anzulegen, hilft ein Wildcard-Eintrag:

FeldWert
Host*
TypA
ZielDeine Server-IP

Damit landet jede nicht explizit definierte Subdomain auf diesem Server. Praktisch für Multi-Tenant-Anwendungen — aber mit Bedacht einsetzen: Auch Tippfehler und von Dritten geratene Namen lösen dann auf. Für die meisten Projekte sind einzelne Einträge die sauberere Wahl.

Die drei häufigsten Fehler

  1. Volle Adresse im Host-Feld. Nur blog eintragen, nicht blog.deinedomain.de.
  2. Plesk-Teil vergessen. Der DNS-Eintrag zeigt korrekt auf den Server, aber Plesk kennt die Subdomain nicht — dann liefert der Webserver die Hauptdomain oder eine Fehlerseite aus.
  3. Zu ungeduldig. Direkt nach dem Speichern testen und aufgeben. DNS braucht Zeit, und der eigene Browser cacht zusätzlich. Im Zweifel mit dig prüfen statt im Browser.

Fazit

Die eigentliche Hürde bei Netcup-Subdomains ist nicht die Technik, sondern die Frage, in welcher Oberfläche man gerade arbeiten muss. Als Merksatz: Das CCP bestimmt, wohin ein Name zeigt. Plesk bestimmt, was dort ausgeliefert wird. Externes Ziel heißt nur CCP, eigene Dateien heißt CCP plus Plesk.

Danach ist alles Routine — SSL kostet einen Klick, und mit dig siehst du in Sekunden, ob es geklappt hat.

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