Netcup vs Hetzner 2026

VPS, Rootserver & Webhosting — welcher Hoster passt zu dir?

Netcup und Hetzner sind die zwei deutschen Hoster, über die man in jedem Tech-Forum früher oder später stolpert. Beide haben ihren Platz — aber für unterschiedliche Szenarien. Die Antwort "kommt drauf an" hilft dir nicht weiter, also lass mich konkret werden.

Kurzversion: Hetzner ist ungeschlagen für günstige Cloud-Instanzen mit stündlicher Abrechnung und einem vollständigen Cloud-Ökosystem. Netcup ist die bessere Wahl, wenn du dauerhafte Workloads mit dedizierter CPU-Leistung brauchst — und seit der G12-Generation auch beim I/O-Durchsatz deutlich vorne liegt.

Stand April 2026 hat Hetzner die Preise um 30–43% erhöht. Das ändert die Rechnung spürbar.

VPS Vergleich: Netcup VPS G12 vs. Hetzner Cloud CX/CPX

Beide Anbieter nennen ihre Einstiegsprodukte "VPS" — aber technisch sind das grundverschiedene Dinge. Hetzner CX und CPX sind shared vCPU-Instanzen. Das bedeutet: Der CPU-Kern, den du buchst, teilst du dir mit anderen Tenants. Hetzner drosselt CX-Instanzen bei Dauerlast auf ca. 20% CPU-Auslastung, CPX-Instanzen auf ca. 33%. Das steht zwar im Kleingedruckten, fällt aber vielen erst auf, wenn ihre Anwendung unter Last plötzlich langsam wird.

Netcup VPS G12 läuft auf AMD EPYC 9645 (Zen 5, 4nm-Prozess), mit DDR5 ECC RAM und NVMe-Storage. Auch das sind shared vCPUs — aber das Throttling ist weniger aggressiv als bei Hetzner CX. Wer wirklich dedizierte Cores braucht, muss bei Netcup auf RS (Root Server) umsteigen, bei Hetzner auf CCX. Dazu gleich mehr.

Produkt vCPU RAM Storage Preis/Mo CPU-Typ
Netcup VPS 1000 G12 4 vCore 8 GB DDR5 ECC 256 GB NVMe 10,36€ Shared (EPYC 9645)
Netcup VPS 2000 G12 8 vCore 16 GB DDR5 ECC 512 GB NVMe 19,24€ Shared (EPYC 9645)
Hetzner CX22 2 vCPU 4 GB 40 GB 3,79€ Shared (~20% Throttling)
Hetzner CX32 4 vCPU 8 GB 80 GB 6,80€ Shared (~20% Throttling)

Beim reinen Preis-pro-Ressource gewinnt Hetzner CX klar: 4 GB RAM für 3,79€ ist schwer zu schlagen. Für Docker-Projekte mit wenigen Containern, einen kleinen Nginx-Webserver oder einen Minecraft-Server mit moderater Last reicht der CX22 problemlos.

Sobald du aber mehr RAM oder mehr dauerhaften CPU-Durchsatz brauchst, dreht sich die Rechnung. Der Hetzner CX32 (8 GB, 6,80€) liegt zwar unter dem Netcup VPS 1000 G12 (8 GB, 10,36€) — aber du bekommst bei Netcup 256 GB NVMe statt 80 GB, DDR5 ECC statt Standard-RAM, und einen deutlich neueren Prozessor. Ob das den Aufpreis wert ist, hängt von deinem Workload ab.

Mein Urteil: Für Docker-Projekte mit weniger als 4 Containern reicht der Hetzner CX22. Sobald du mehr RAM brauchst oder I/O-intensive Workloads (Datenbanken, viele gleichzeitige Schreiboperationen) hast, wird Netcup günstiger — und deutlich performanter im Storage.

Root-Server / Dedicated Cores: Netcup RS G12 vs. Hetzner CCX

Hier wird der Vergleich wirklich interessant. Netcup RS (Root Server) sind keine dedizierten Server im klassischen Sinne — es sind VPS-ähnliche Instanzen, aber mit garantierten, nicht geteilten CPU-Cores. Kein Throttling, kein Noisy-Neighbor-Problem bei der CPU. Das macht einen erheblichen Unterschied bei sustained workloads: Kompilierungen, Rendering, Datenbankabfragen unter Last.

Hetzner CCX ist das Äquivalent auf der anderen Seite: dedizierte vCPU-Cores in der Cloud, ebenfalls kein Throttling. Der Vergleich der Preise pro dedizierten Core ist eindeutig:

Produkt Ded. Cores RAM Storage Preis/Mo Preis/Core
Netcup RS 1000 G12 4 8 GB DDR5 ECC 256 GB NVMe 12,79€ 3,20€
Hetzner CCX13 2 8 GB 80 GB ~16,49€ ~8,25€

Der Netcup RS 1000 G12 bietet doppelt so viele dedizierte Cores wie der Hetzner CCX13, mehr Storage, neuere Hardware — und kostet dabei knapp 4€ weniger pro Monat. Wer auf dedizierte CPU-Leistung angewiesen ist und dauerhaft zahlt, kommt bei Netcup deutlich günstiger weg.

Der einzige Vorteil des Hetzner CCX: Du kannst ihn stündlich abrechnen und schnell wieder kündigen. Für kurze Bursts — ein CI/CD-Build-Server, den du nur tagsüber brauchst — macht das Sinn. Für dauerhaft betriebene Produktionssysteme nicht.

Webhosting: Netcup vs. Hetzner

Das ist schnell erklärt: Hetzner bietet kein klassisches Webhosting an. Kein Shared Hosting, kein Managed WordPress, kein cPanel. Hetzner hat sich komplett auf Cloud und dedizierte Server fokussiert. Wer bei Hetzner eine WordPress-Seite hosten will, muss einen VPS nehmen und alles selbst einrichten — oder einen Drittanbieter nutzen.

Netcup bietet dagegen vollständiges Webhosting mit allem, was dazu gehört:

  • Managed-Hosting mit Plesk-Oberfläche
  • One-Click-Installationen (WordPress, Joomla, etc.)
  • Inkludierte SSL-Zertifikate (Let's Encrypt)
  • E-Mail-Postfächer
  • Datenbanken (MySQL/MariaDB)
  • PHP-Versionen wählbar

Für Blogs, kleine Business-Seiten oder Kunden-Websites ist das Netcup Webhosting nach wie vor eine solide Wahl. Du zahlst ab ca. 2-3€/Monat, brauchst kein Linux-Wissen, und der Anbieter kümmert sich um Updates und Sicherheits-Patches.

Fazit Webhosting: In dieser Kategorie hat Netcup keinerlei Konkurrenz von Hetzner. Wer Webhosting braucht, muss zu Netcup (oder einem anderen Anbieter wie IONOS oder Alfahosting). Hetzner ist schlicht keine Option.

Performance-Benchmarks

CPU

Netcup G12 läuft auf AMD EPYC 9645 (Zen 5, 4nm). Hetzner CX/CPX nutzt je nach Verfügbarkeit ältere AMD- und Intel-Plattformen — typischerweise AMD EPYC 7002/7003 (Zen 2/Zen 3) oder Intel Xeon. Der Zen-5-Generationsvorsprung ist messbar: In Single-Core-Workloads (PHP-Kompilierung, Python-Scripts, Node.js-Apps) liegt Netcup G12 etwa 20-30% vor vergleichbaren Hetzner CX-Instanzen — sofern das CX-Throttling nicht greift.

Sobald der Hetzner CX das 20%-Throttling auslöst, sieht die Welt anders aus. Sustained CPU-Benchmarks (sysbench, stress-ng) zeigen dann Faktoren von 3-4x zugunsten Netcup. Das ist kein Bug, das ist eine Feature-Einschränkung shared vCPU.

Storage / I/O

Das ist der Bereich, in dem Netcup G12 am stärksten aufgewertet wurde. Die vorgängige G11-Generation war mit SATA-SSD bestückt. Die G12 nutzt NVMe — das merkst du sofort bei Datenbankoperationen, beim Entpacken von Archiven, beim Kompilieren.

In Random-I/O-Benchmarks (4K random read/write mit fio) erreicht Netcup VPS G12 etwa das 2,5 bis 3-fache des Hetzner CX32. Sequential Read ist ähnlich, aber Random-IOPS ist das, was in der Praxis zählt — und da liegt Netcup klar vorne.

Netzwerk

Beide Anbieter bieten 1 Gbit/s Uplink bei den Standardprodukten. In der Praxis sind beide für die allermeisten Anwendungsfälle ausreichend. Hetzner hat den Vorteil eines breiteren Netzwerk-Ökosystems: Load Balancer, Floating IPs, Private Networks, und Object Storage sind alle nativ integriert. Bei Netcup musst du das über externe Dienste lösen oder alles auf einem Server konsolidieren.

Support & Erfahrungen

Beide Anbieter haben einen Ruf, der in Tech-Foren seit Jahren diskutiert wird. Hier die ehrliche Einschätzung:

Netcup Support

Netcup-Support funktioniert per Ticket und ist auf Deutsch verfügbar — was für viele Nutzer ein echter Pluspunkt ist. Die Reaktionszeiten sind im Durchschnitt gut, in der Regel innerhalb weniger Stunden. Bei technischen Problemen, die das Netcup-Rechenzentrum betreffen, gibt es offizielle Status-Updates.

Kritikpunkte: Bei komplexeren Fragen kommt manchmal eine generische Antwort. Die Wissensdatenbank ist vorhanden, aber nicht immer auf dem neuesten Stand. Telefon-Support gibt es nicht.

Hetzner Support

Hetzner-Support wird in der Community oft gelobt für schnelle Reaktionszeiten bei Hardware-Problemen — das liegt aber auch daran, dass bei Cloud-Instanzen viel automatisch abgewickelt wird (Live Migration, automatische Reparatur). Für komplexere technische Fragen ist der Support weniger hilfreich; du wirst oft auf die Dokumentation verwiesen.

Hetzner hat deutlich umfangreichere Dokumentation (docs.hetzner.com) und eine aktive Community auf Reddit (r/hetzner). Für Selbstlöser ist das oft der schnellste Weg.

Ehrliches Fazit: Keiner der beiden Anbieter bietet Support auf dem Niveau von Managed-Hostern wie Rackspace oder AWS Premium Support. Das ist bei diesen Preisen auch nicht zu erwarten. Für 10-20€/Monat bist du im Wesentlichen auf dich selbst gestellt — mit Ticket-Backup bei echten Infrastrukturproblemen.

Preise & Preisentwicklung 2026

Die Preisentwicklung 2026 ist ein relevanter Faktor für die langfristige Planung.

Hetzner hat Anfang 2026 die Preise substanziell erhöht. Je nach Produkt lagen die Erhöhungen zwischen 30% und 43%. Der CX22 kostete vorher ca. 2,79€, jetzt 3,79€ — das sind +36%. Der CX32 stieg von ca. 4,99€ auf 6,80€ — +36% ebenfalls. Das ist eine erhebliche Verschiebung, die Hetzner näher an internationale Cloud-Anbieter rückt.

Netcup hat mit der G12-Generation eine neue Hardware-Plattform eingeführt (AMD EPYC 9645, DDR5 ECC, NVMe). Die Preiserhöhungen gegenüber der G11-Vorgängergeneration lagen unter 19% — bei gleichzeitig deutlich besserer Hardware. Das bedeutet: Das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Netcup G12 ist gegenüber G11 gestiegen, nicht gesunken.

In der Summe hat Hetzner durch die Preiserhöhungen einen Teil seines bisherigen Wettbewerbsvorteils eingebüßt, insbesondere im mittleren und oberen Segment. Nur das Einstiegssegment (CX22 für 3,79€) bleibt ohne echte Konkurrenz.

Fazit — Wann Netcup, wann Hetzner?

Nimm Hetzner, wenn du...

  • stündliche Abrechnung brauchst (Entwicklungsumgebungen, temporäre Build-Server, Tests)
  • ein Cloud-Ökosystem mit Load Balancern, Floating IPs, Managed Kubernetes oder Object Storage aufbaust
  • eine sehr kleine, günstige Instanz für einen Reverse-Proxy, einen DNS-Resolver oder ähnliches brauchst (CX22 für 3,79€ ist schwer zu schlagen)
  • Infrastructure-as-Code mit Terraform oder Pulumi verwendest — Hetzner hat einen hervorragenden Provider

Nimm Netcup, wenn du...

  • dauerhaften Workload mit predictablem CPU-Bedarf hast (Webserver, Datenbanken, Game-Server, Backup-Targets)
  • dedizierte Cores für sustained workloads brauchst — Netcup RS G12 bietet das günstiger als Hetzner CCX
  • I/O-intensive Anwendungen betreibst (PostgreSQL, MariaDB, Redis mit Persistenz) — die NVMe G12 macht hier einen merklichen Unterschied
  • Webhosting für Kunden oder eigene WordPress-Seiten brauchst — Hetzner bietet das schlicht nicht
  • Wert auf deutschsprachigen Support legst

Eine Kombination ist auch legitim: Hetzner CX22 für einen kleinen Nginx-Reverseproxy oder einen Monitoring-Stack, Netcup RS G12 als Haupt-Workload-Server. Das nutzen tatsächlich einige Homelab-Betreiber so.

FAQ

Ist Netcup oder Hetzner günstiger?

Das kommt auf den Anwendungsfall an. Für kurzlebige Cloud-Instanzen ist Hetzner CX22 mit 3,79€/Monat unschlagbar. Bei sustained workloads mit dedizierter CPU ist Netcup RS G12 günstiger: 4 dedizierte Cores für 12,79€/Monat, während Hetzner CCX13 nur 2 dedizierte Cores für ~16,49€/Monat bietet.

Hat Hetzner auch Webhosting?

Nein. Hetzner bietet kein klassisches Shared- oder Managed-Webhosting an. Das Angebot besteht aus Cloud-VMs (CX/CPX/CCX), dedizierten Servern und Object Storage. Wer Webhosting braucht, muss sich bei Netcup, IONOS oder ähnlichen Anbietern umschauen.

Wie stark hat Hetzner die Preise 2026 erhöht?

Hetzner hat Anfang 2026 die Preise um 30–43% angehoben, je nach Produkt. Netcup hat im gleichen Zeitraum die G12-Generation eingeführt mit Preiserhöhungen unter 19% bei gleichzeitig deutlich besserer Hardware (AMD EPYC 9645, DDR5 ECC, NVMe).

Wann sollte ich Hetzner statt Netcup nehmen?

Hetzner ist die bessere Wahl, wenn du stündliche Abrechnung brauchst (Entwicklungsumgebungen, CI/CD-Runner, temporäre Workloads), ein komplexes Cloud-Setup mit Load Balancern, Managed Kubernetes oder Object Storage planst, oder einfach eine sehr günstige kleine Instanz für einen Webserver oder Mailserver suchst.

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